Bodenarbeitskurs mit Dshamilja

Bodenarbeit mit dem Pferd bedeutet nicht etwa den Boden zu bearbeiten, sondern: Der Mensch leitet die Ausbildung des Pferdes an der Hand, vom Boden aus - eine Methode, die eine bessere Verständigung mit dem Pferd ermöglicht, sowie den Gehorsam und das Vertrauen zwischen Mensch und Pferd fördert.

10 Mal, jeweils am Montagvormittag haben wir Dshamilja verladen uns sind mit ihr nach Renan gefahren. Unter der Leitung von Yvan Burri wurden wir in einer Vierergruppe in die Geheimnisse der Bodenarbeit eingeführt. Dshamilja war die ersten vier Mal hochträchtig. Nach dem Abfohlen haben wir mit ihr sofort wieder am Kurs teilgenommen und waren erstaunt, wie ruhig und konzentriert sie ohne Fohlen arbeiten kann.

Der ganze Kurs wurde nach dem Grundsatz aufgebaut: Das rangniedere Pferd muss dem ranghöheren ausweichen, wobei der Mensch versucht, das ranghöhere Pferd darzustellen. Wir übten folgende Möglichkeiten des Ausweichens: Weichen nach hinten, seitliches Weichen mit Hinterhand bzw. Vorhand und später auch Longieren im Kreis.

Bei der Bodenarbeit lernt der Mensch auf die Botschaften des Pferdes achten und das Pferd lernt auf unsere Zeichen reagieren und im weitesten Sinne unsere "Sprache" verstehen. Mit Hilfe von Stangen, Tonnen, Plastik, Autoreifen etc. stellen und entwickeln wir ständig neue Aufgaben für das Pferd. Es lernt dabei Augen, Ohren, Tast- und Bewegungssinn differenziert zu gebrauchen. In ungewohnten Situationen lernt das Pferd immer wieder seinen Fluchtinstinkt durch "mitdenken" überwinden. Die Arbeit verlangt von Führer und Pferd volle Aufmerksamkeit. Sie baut (Selbst-) Vertrauen auf und klärt die Rangordnung. In partnerschaftlichem Verhältnis werden so Koordination, Gleichgewichtssinn, differenziertes Bewegen und Körperbewusstheit geschult. Mensch und Pferd lernen sich dabei sehr genau kennen.

 


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