Winter im Laas

Tage im Winter mit Schneefall und gleichzeitigen Windböen muss man erlebt haben, um die Gewalt der Natur zu verstehen. Als dann die Wettervorhersage Windstärken wie beim Lothar voraussagte, wurden wir schon etwas nervös. Das einzige, was man zum voraus machen kann, ist auf der Wetterseite des Hauses die Fensterläden verriegeln. Die Temperaturen waren bei Beginn des Sturmes relativ hoch, sodass das Unwetter in Form von Regen an die Haus- und Stallwände peitschte.

Glücklicherweise tobte der Wind nicht so stark wie vorausgesagt. Er riss einzig die Haube des Abluftkamins auf dem Hausdach weg und entwurzelte eine grosse Wettertanne auf der Weide nahe beim Haus. Der Kuhstall hatte die Feuertaufe bestanden. Erstaunt sind wir über Sara, die bei der morgendlichen Milchfahrt fast umgerissen wird, trotzdem aber die Ruhe behält und überhaupt nicht nervös wird. Der Wind war so stark, dass zwei Deckel auf den Milchkannen weggerissen und wie Herbstlaub über die Matten gefegt wurden.

Bald wechselte der Regen in Schnee und nach einigen Tagen konnten wir die wunderbare Winterpracht geniessen. Ein Ausritt oder eine Schlittenfahrt durch den knirschenden Schnee ist einfach herrlich.

Als der Wind wieder auffrischte, verwehte er den vielen Pulverschnee quer über die Ebene. Am Morgen musste die Strasse von den meterhohen Schneewehen geräumt werden und eine Stunde später war wieder alles zu. Der Pöstler kam zu Fuss, und unsere Feriengäste konnten erst abreisen, als wir den Schneepflug ein zweites Mal gerufen hatten. Zum Glück hatten sie Verständnis und liessen sich durch die verspätete Abreise nicht verdriessen.

 


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